Kapitel 5: Zwischen Traum und Tag 

 Chapter 5: Between Dream and Day

 

 

 

 Kapitel 5: Zwischen Traum und Tag

 

Nach diesem Ereignis wusste Embla nicht so recht, wie ihr geschah, denn so etwas hatte sie noch nie erlebt, und obwohl ihr Herz noch immer in einem leisen Nachklang pulsierte, war ihr Verstand wie von Nebel umhüllt, als könne er das Geschehene nicht ganz fassen.

„Soll ich das meiner Großmutter erzählen?“, dachte Embla bei sich, während sie noch immer auf der Astgabel der großen Ulme saß, umgeben von der Stille des Baumes, der sie gehalten hatte, als wäre er Zeuge eines Geheimnisses geworden.

Sie steckte den Stein vorsichtig in die Tasche auf der linken Seite ihres Kleides, ohne ihn noch einmal anzusehen, denn sie wollte jetzt nicht darüber nachdenken, nicht hier, nicht jetzt, nicht zwischen Himmel und Rinde.

Embla kletterte langsam vom Baum herunter, und während ihre Füße wieder festen Boden berührten, spürte sie, dass tief in ihrem Innern etwas erwacht war – noch namenlos, aber lebendig, wie ein Funke, der sich nicht erklären ließ, aber dennoch da war.

Sie ging nach Hause, denn sie hatte auch Pflichten – Aufgaben, die ihr von ihrer Großmutter aufgetragen worden waren und die täglich erledigt werden mussten, wie das Füttern der Tiere, das Kehren des Hofes und das Lernen für die Schule.

Ihre Großmutter sagte immer: „Sei fleißig und lerne – das Leben steht dir offen mit ungeahnten Möglichkeiten“, und Embla gehorchte, nicht aus Angst, sondern aus Achtung, denn sie wusste, dass das Leben nicht nur aus Magie und Abenteuer bestand, sondern auch aus Verantwortung und Hingabe.

Das Leben war ein Geschenk, das man behutsam tragen sollte, wie eine Schale aus Licht, die nicht zerbrechen darf.

„Manche Wunder kehren mit dir heim – still, aber bleibend“, hatte die Großmutter einmal gesagt, und Embla vergaß den Stein – nicht ganz, aber so, wie man einen Traum vergisst, der sich in den Tag hinein verliert, ohne zu verschwinden.

Am nächsten Morgen war alles wie immer: Embla stand auf, zog sich an, aß ein Stück Brot mit Honig, und dann ging sie wie jeden Tag zur Schule, den Blick nach vorn, die Gedanken bei den Aufgaben, die vor ihr lagen.

Der Stein lag in ihrer Tasche, still und rund, und obwohl sie nicht daran dachte, trug sie ihn doch bei sich – wie ein Versprechen, das nicht laut sein muss, um zu wirken.

„Manche Träume gehen nicht verloren – sie verwandeln sich in Schritte“, dachte Embla, ohne es auszusprechen, und sie ging weiter, als hätte der Tag selbst sie gerufen.

 

 Chapter 5: Between Dream and Day

 

After this event, Embla wasn’t quite sure what had happened, for she had never experienced anything like it before, and although her heart still pulsed with a quiet echo, her mind felt wrapped in mist, as if unable to fully grasp what had occurred.

“Should I tell my grandmother?”, Embla wondered, while still sitting in the fork of the great elm, surrounded by the silence of the tree that had held her, as if it had become a witness to something secret.

She slipped the stone gently into the pocket on the left side of her dress, without looking at it again, because she didn’t want to think about it now – not here, not now, not between sky and bark.

Embla climbed slowly down from the tree, and as her feet touched solid ground again, she felt that something deep within her had awakened – still nameless, but alive, like a spark that could not be explained, yet undeniably present.

She walked home, for she had duties – tasks her grandmother had given her, to be done daily, like feeding the animals, sweeping the yard, and studying for school.

Her grandmother always said: “Be diligent and learn – life stands open before you with unimaginable possibilities,” and Embla obeyed, not out of fear, but out of respect, because she knew that life was not only made of magic and adventure, but also of responsibility and devotion.

Life was a gift to be carried gently, like a bowl of light that must not be broken.

“Some wonders come home with you – quiet, but lasting,” her grandmother had once said, and Embla forgot the stone – not entirely, but in the way one forgets a dream that fades into the day without truly disappearing.

The next morning, everything was as usual: Embla got up, got dressed, ate a piece of bread with honey, and then went to school, as she did every day, her gaze forward, her thoughts on the tasks ahead.

The stone lay in her pocket, silent and round, and though she didn’t think of it, she still carried it with her – like a promise that doesn’t need to be loud to be real.

“Some dreams are never lost – they turn into steps,” Embla thought, without speaking it aloud, and she walked on, as if the day itself had called her.

 

 

 

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